Der Estichà Kurier Ausgabe 2


Hier haben wir ein wirklich historisches Highlight. Der Estichà-Kurier war eine Zeitung, die von den beiden Unuims Kalvik und Tislou herausgebracht wurde. Die Redaktion lag gegenüber der Menagerie ap Lhazar. Die beiden waren sehr eifrig und berichteten so offen über "Fehler" der Götter und der Stadtwache, daß sich die Stadtkommandantin und die Inquisition nachher um das Privileg stritten, die beiden hinrichten zu dürfen. Die Inquisition gewann.
Diese Ausgabe wurde mir von Knut zur Verfügung gestellt - das Original stammt vom 2. November 1998, ist also urältestes CHR-Material. Der Richter Kenan ap Lhazar, heute Justizminister des Elurischen Reiches, war damals noch ein Newbie und züchtete Pferde (!), und ich hatte gerade zu spielen angefangen. Im Original erschien der Kurier als Mail im Nur-Text Modus, ich habe das alte Layout weitgehend erhalten und nur sehr vorsichtig an HTML angepaßt.

Übrigens beachte man, daß schon damals das Bier der Draidon-Brauerei hoch geschätzt war! Viel Spaß,
Christian

 


ESTICHÀ KURIER

Ausgabe 2 Datum: 1. Nochondas 222
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Inhaltsverzeichnis

> Titelthema
Großer Streit im Rat
Duncan spricht über chaotische Zustände im Rat

> Politik
Die Hauptstadt der Allianz

> Aktuelles aus Estichà
Merkwürdige Krankheit in Estichà
Interview mit Richter Kenan ap Lhazar
Der Tempel des Yorom
Überfall auf Periodes Rosenfeld
Geschäftsübernahme in Estichà

> Gewinnspiel
 
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++++++++++++++Titelthema+++++++++++++++

Großer Streit im Rat

Wer zuletzt dem Markt ein Besuch abstattete, konnte immer wieder Diskussionen über den Rat miterleben. Doch wie kam es dazu? Alles find mit Duncans Botschaft an, in der er seinen Rücktritt bekannt gab. Zuerst hielten sich die Gründe für den Rücktritt bedeckt. Später wurden die Vorwürfe immer konkreter, ja sogar von der Auslösung des Rats wurde gesprochen. Noch immer ist nicht alles in dieser Sache geklärt. Deshalb führte der Kurier ein ausführliches Interview mit Duncan. Er erklärte hier ziemlich direkt seine Gründe:

>Was hat Euch genau dazu bewegt, den Rat zu verlassen?
Nun, die Entscheidung viel mir sicherlich nicht leicht, aber ich hatte teilweise wirklich viel Arbeit in den Rat investiert und dafür kam einfach zu wenig zurück. Um nicht zu sagen, viele Ansätze wurden einfach ignoriert oder mehrere Ratsmitglieder antworteten erst gar nicht auf irgend welche Ratsmitteilungen.

>Welche konkreten Kritikpunkte am Rat gibt es?
Wie gesagt, die meisten Ratsmitglieder sind in meinen Augen äußerst träge und kommen ihrer so wichtigen Aufgabe kaum nach. Außer den beiden Wahlen für den Richter und den Stadtkommandanten lief eigentlich gar nichts und selbst die waren eher chaotisch.
Die Ratboards waren ein guter Ansatz, wurden aber kaum genutzt und nicht gepflegt, wie man ja jetzt noch immer an dem öffentlichen Board sieht. Wichtige Nachrichten an die Ratsvorsitzende wurden nicht an den Rat weiter geleitet, was zB bei den beiden Wahlen zu zahlreichen Ungereimtheiten führte, so daß letztendlich alle anfangs gemachten guten Vorsätze über den Haufen geworfen worden.
Alles in Allem ist da einfach zu wenig passiert und so weit ich jetzt unterrichtet bin, passiert da auch noch immer nix, auch wenn unser guter alter Halsey da laufend etwas anderes erzählt. Da ich selbst wohl ungeeignet bin, dies zu ändern und ich auch kaum Unterstützung hatte, bin ich einfach nicht weiter bereit, dafür die Konsequenzen zu tragen.

>Gegen wen richten sich die Vorwürfe vorrangig?
Also, die werte Vorsitzende hat bis zu meinem Ausscheiden eigentlich nix getan, außer mit äußerst beleidigt zu regieren, als ich sie kritisiert habe und die Wahl eines Vertreters vorschlug.
Über Halsey muß ich ja nicht viel sagen, schließlich kennt ihn jeder. Er mag ja ein guter Seemann sein, aber ein Vertreter der Stadt ? Nein, das ist er wirklich nicht. Im großen und ganzen bestand sein Einsatz lediglich darin, seine Macht als Kapitän zu stärken um nicht zu sagen, die Kapitäne irgend welcher Schiffe mit den Göttern gleich zu stellen, was in meinen Augen schon höchste Gotteslästerung ist !
Zu einigen Anderen gibt es bestimmt auch noch etwas zu sagen, aber vielleicht lag es bei ihnen ja auch nur daran, daß dem Rat jegliche Führung fehlt...

>Was schlagt Ihr zur Verbesserung der Arbeit des Rats bzw. dessen Mitglieder vor?
Der Rat braucht einen aktiven Vorsitzenden und keine jammernde Schmiedin. Und natürlich braucht er auch aktive Mitglieder, die bereit sind sich mit den Problemen in der Stadt auseinander zu setzen. Beides war bisher nicht der Fall.

>Was passiert mit Eurem Mandat?
Was soll schon passieren ? Wenn der Rat so aktiv wäre, wie manche Mitglieder am Markt erzählen, müßte schon längst jemand für mich nachgerückt sein. Wenn ich mich nicht irre, ist Hel Nergal nun neues Ratsmitglied, nur hat es ihm wohl noch keiner gesagt...

>Was glaubt Ihr, wie wurde Euer Rücktritt aufgenommen?
*Lachen* Im Rat oder bei den Bürgern ? Also von den Ratsmitgliedern hab ich eher weniger gehört. Halsey hat meinen Schritt natürlich sehr begrüßt und zwei oder drei Andere haben ihn zumindest mir gegenüber bedauert.
Bei den Bürgern war die Resonanz schon größer. Viele haben sich bei mir gemeldet und teilweise auch ihren Unmut kund getan oder versucht mich doch noch mal zu überzeugen das Mandat nicht abzulehnen. Daher möchte ich mich hier auch noch einmal bei den Bürgern der Stadt und vor allem bei meinen Wählern entschuldigen für mein Verhalten entschuldigen, wobei ich schon denke, daß die Meisten mich verstehen werden.

>Glaubt Ihr, daß das Zeichen, welches Ihr setzten wolltet, auch wirklich beim Bürger angekommen ist?
Nein, wie gesagt hat sich meines Wissens bisher nichts im Rat geändert und die Politikverdrossenheit im Volk wird wohl eher größer, was bei den Zuständen aber auch kein Wunder ist.

>Zieht Ihr Euch jetzt vollkommen aus der Politik Estichàs zurück?
Ebenfalls nein, der Rat hat mit mir nun einen aktiven Beobachter und früher oder später wird es wieder Wahlen geben und dann werde ich u.U. erneut kandidieren, falls ich der Meinung bin, daß sich noch immer nichts geändert hat. Dann allerdings sicherlich mit einem modifizieerterem Programm als bei der letzten Wahl.

> Sind die Reaktionen vom Rat nicht auch gerechtfertigt?
Man wirft mir ja nun vor, ich sei zurück getreten, weil ich beleidigt wäre, daß meine Vorschläge nicht angenommen wurden. Das ist natürlich absoluter Humbug ! Erstens wurden die meisten meiner Ideen eh nicht beachtet und zB im Bezug auf die Wahl des Stadtkommandanten war meine kurzfristige Kandidatur ja eh eher nur von symbolischen Wert, denn wie jeder Bürger ja weis, konnte ich laut unserer Verfassung gar nicht gewählt werden. Leider kennen die meisten Ratsmitglieder diese Verfassung aber gar nicht, geschweige denn, daß sie sich an sie gebunden fühlen.
Ähnliches gilt für die von mir angeregte Wahl eines Vertreters der Ratsvorsitzenden, die ja nun rein gar nix getan hat. Jana wirft mir vor, ich wäre zurück getreten, weil man mich nicht gewählt hat. Das ist natürlich auch Quatsch, denn erstens wurde die Wahl eh größtenteils boykottiert und zweitens hatte ich nicht einmal für mich selbst gestimmt, sondern Jarek Sharoun vorgeschlagen, was mal wieder zeigt, daß unsere ehrenwerte Jana die Ratsmitteilungen nicht einmal liest !

Kalvik
nächstes Mal: Stellungnahme eines Mitglieds des Rats

+++++++++++++++Politik++++++++++++++++

Die Hautstadt der Allianz

Ich bin mit der festen Absicht in die Allianz gekommen, die dortigen Ereignisse und historischen Geschehnisse mit neutralen, aber dennoch aufgeschlossenen und mißtrauischen Augen zu betrachten und den Lesern des Estichà Kurier näher zu bringen. Doch es fällt zugegebenermaßen nicht leicht, in einer Stadt neutral zu bleiben, die jeden Besucher unerbittlich verschlingt und ihm den Atem verschlägt.
So soll mein erster Bericht aus der Hauptstadt der Allianz dem ersten Eindruck gewidmet sein, den ich von ihr hatte.
Wie klein und unbedeutend kam mir meine Heimat- und Geburtsstadt Estichà vor, als ich meinen Blick das erste Mal über diesen Moloch streifen ließ. Die Stadt beherbergt mit über 3,5 Millionen Lebewesen zehnmal mehr Seelen als sonst in der ganzen restlichen Welt existieren. Soweit das Auge reicht sieht man nur Häuser, Straßen, Plätze, Parks, gewaltige Wohnpyramiden und prächtige Kuppelbauten. Es gab hier Gebäude, so groß wie die gesamte Oberstadt. Siegessäulen, höher als alles, was ich je sah, Thermen, die pro Tag so viele Besucher hatte, wie Vorovis Einwohner hat. Und bestieg man einen erhöhten Punkt, so erblickte ich nirgendwo einen Stadtrand, es scheint nichts weiter als nur Stadt zu existieren. Über 50 verschiedene Viertel waren auf meinem Stadtplan verzeichnet und ein jedes Viertel zählte sicherlich über 50.000 Einwohner, mehr als doppelt so viel wie mein Estichà. In meiner Ratlosigkeit, wo ich mit meiner Entdeckungsreise beginnen sollte, warf ich mich einfach in das Getümmel irgendeiner Straße und ließ mich treiben. Um mich herum sirrte und brummte die Luft, an mir zogen Menschen, Unuim, Chirà und Sragon vorbei, die hier einen so natürlichen Umgang miteinander pflegten, als gehörten sie alle derselben Rasse an. Ein Unuim feilschte mit einer Sragonfrau um eine chiranische Statuette des Yorom, ein gut gekleideter Mensch, auf einer Sänfte von vier ebenfalls menschlichen Sklaven getragen, ließ ein paar Goldstücke in den Becher einer bettelnden Chirà fallen, hier unterhielten sich Sragon-Beamte mit einem menschlichen Stadtgardisten und einer chiranischen Soldatin, dort lief eine kleine Chirà weinend zu ihrer Mutter, weil ein Sragonjunge ihr Spielzeug wegnahm. Und alles strahlte eine Selbstverständlichkeit aus. Man merkte schnell, daß man nicht als Mensch, Sragon oder allgemein als Fremdling betrachtet wurde, sondern als gleichwertigen Partner.
Und das alles in hundertfacher Ausführung: wo in den Städten der Menschen 10 Menschen auf 20 Vat Straße ihrem Tagwerk nachgehen, da drängen sich hier 20 Wesen auf 5 Vat.
So war mir schnell klar, daß ich wohl niemals alles würde berichten können, was hier vor sich ginge, sondern immer nur einen kleinen Ausschnitt aus den Ereignissen in dieser Stadt. Doch ich werde versuchen, diesen Ausschnitt um so detaillierter zu betrachten.

Silava Malis, Estichà Kurier.

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Sadom's Hand - Immer auf neuestem Stand


Es passiert viel in Estichà - Hier erfahrt Ihr, was!

Bemerkt auch Ihr den niedrigen Wissensstand der unteren Bürgerschicht? Ärgert auch Ihr Euch darüber, daß Ihr von dem Geschwafel an den Märkten keinen Satz versteht?
Auch Sadom Werendum, der Inhaber des Gasthauses "Sadom's Inn", hat dieses Problem bemerkt. In wochenlanger Arbeit hat er nun ein Projekt auf die Beine gestellt, daß seinesgleichen sucht. Von Klatsch und Tratsch bis knallharter Berichterstattung über stadtwichtige Ereignisse findet der Reisende hier. Und immer mit trefflichen Kommentaren von Sadom Werendum selbst gewürzt. Bei Fragen oder Mitteilungen wendet Ihr Euch bitte an Sadom Werendum, Kontonummer 1042.

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+++++++++++++++++Aktuelles aus Estichà++++++++++++++++++++

Folgende Artikel diesmal:

> Merkwürdige Krankheit in Estichà
> Interview mit Richter Kenan ap Lhazar
> Der Tempel des Yorom
> Geschäftsübernahme

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Merkwürdige Krankheit in Estichà


In letzter Zeit häuften sich die Anzeichen dafür, daß in der Stadt ein Krankheitsherd um sich zu greifen scheint. Aus zuverlässigen Quellen wurde mir zugetragen, daß mehrere Bewohner der Stadt an starkem Durchfall, Erbrechen und teilweise sogar hohem Fieber leiden. Mehdora sei dank ist noch keiner an dieser Krankheit verstorben, doch kann man nicht wissen, ob sich diese Maladie nicht zu einer Seuche ausweiten wird.
Glücklicherweise hat sich bisher noch niemand weiteres angesteckt. Die Verwandten der dahinraffenden Menschen (auch zwei Chirà sind dabei) erzählen von starken Magenschmerzen. Sind verdorbene Lebensmittel an diesem Unglück Schuld? Warum sind dann nicht ganze Familien erkrankt, sonder nur Einzelpersonen? Fragen über Fragen, die es noch zu beantworten gilt.

Menelas Irih

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Interview mit dem Richter Kenan ap Lhazar

geführt von Tislou

> Werter Kenan ap Lhazar, in der letzten Zeit gab es keinen Richter in Estichà. Warum meint Ihr, daß dieses Amt besetzt werden muß?
Nun, die Aufgabe eines Richters ist die, Verbrecher und Missetäter zu bestrafen. Ist kein Richter da, so werden die üblen Subjekte anfangs nicht zur Rechenschaft gezogen, später kommt es, ob der Unzufriedenheit der Bürger, zu Selbstjustiz. All das haben wir erlebt. Eine Stadt wie Estichà, ein solch bunter Kessel verschiedener Völker, kann ohne eine funktionierende Justiz, und dazu zählt der Richter ebenso wie die Stadtkommandatur, nicht existieren.

> Was habt Ihr Euch für die nächste Zeit, bezogen auf Euer neues Amt, vorgenommen?
Es gibt da einige Altlasten, die es zu beseitigen gibt. Ich habe damit mit meinem ersten Beschluß begonnen. Hier galt es auch zu zeigen, daß fortan in dieser Stadt einige Dinge nicht mehr hingenommen werden. Mein zweiter Beschluß ging nicht in diese Richtung. Jener hat ob seiner Spontaneität einige Unruhe gestiftet.
Leider war das nicht anders möglich. Ich gehe aber davon aus, daß -sobald die Gründe offenliegen - ein breites Verständnis für den Beschluß vorherrschen wird.

> Warum habt Ihr Euch dafür entschieden, dieses Amt zu übernehmen?
Das Amt gibt mir die Möglichkeit, zu gestalten. Wie ihr vielleicht aus meiner Menagerie wißt, habe ich große Freude am Gestalten. Dies ist nun ein ganz anderes Feld, aber vielleicht gerade deshalb so interessant. Zudem war mir die Notwendigkeit bewußt, daß etwas zu geschehen hat.

> Denkt Ihr, daß Ihr für dieses Amt überhaupt geeignet seid, da es doch sehr zeitaufwendig ist?
~lacht~
Oh, wenn der Zeitaufwand das einzige Problem ist, bin ich sehr geeignet für dieses Amt. Ich habe unseren Mitbürger Jubzub Ainbir als richterlichen Gehilfen gewinnen können, er wird mir sicherlich die Arbeit sehr erleichtern. Auch für meine Menagerie habe ich in Tamarol einen fachkundigen Mitarbeiter gefunden. Ich werde in der Menagerie zwar die Oberaufsicht behalten, ihm aber alle Gestaltungsfreiheiten lassen. Die Pferde- und Maikongzucht werde ich in meiner Freizeit weiter betreiben.
Nun, es gibt aber noch andere Kriterien, die für das Geeignetsein für eine solche Aufgabe wichtig sind, denkt Ihr nicht auch? Wir haben keine Akademie, an der Richter ausgebildet werden, dafür ist auch gar kein Bedarf. So ist denn grundsätzlich ein jeder geeignet für dieses Amt, der bereit ist, sich mit den bestehenden Gesetzen auseinanderzusetzen.
Die fachliche Kompetent kann also nicht das Kriterium sein. Ich denke, es geht hier um die charakterliche Eignung. Man muß Mut haben und bereit sein, auch unpopuläre Entscheidungen zu fällen. Man muß Augenmaß haben. Und Menschenkenntnis. Und Sragon-, Chirà- und Unuimkenntnis, soweit das überhaupt möglich ist. ~lacht wieder~ Und man muß von den Bürgern respektiert werden. Ich denke, zumindest meine eigenen Anforderungen erfülle ich durchaus.

> Was können die Bürger von Euch erwarten? Werdet Ihr ein sehr strenger Richter sein, oder werdet Ihr hin und wieder Gnade vor Recht gelten lassen?
Lest meinen ersten Beschluß. Wie wertet Ihr ihn? Ich denke, es waren durchaus strenge Urteile. Ich habe mir aber vorgenommen, in einem gewissen Rahmen auch die Beweggründe für eine Tat mildernd zu berücksichtigen. Das gilt natürlich nur für bestimmte Delikte. Wenn jemand ein Attentat auf einen Periodes Rosenfeld verübt, kann er keine mildernden Umstände erwarten.

> Sind für Euch alle Täter gleich, oder seht Ihr in ihnen auch Opfer der Gesellschaft?
Opfer der Gesellschaft? ~lacht~ Nein, unsere Gesellschaft funktioniert und ist gut. Sie wird niemals ein Täter sein, also wird es auch keine Opfer geben. Jeder kann in dieser Stadt arbeiten, jeder kann etwas zu essen bekommen. Selbst wenn er nicht arbeiten will oder kann, ist es ihm möglich, bei Duncans Stiftung unterzukommen. Es gibt im Grunde genommen, keine Grund, straffällig zu werden.

> In sehr vielen Fällen gibt es keine richtigen Beweise, sondern nur Aussagen von Zeugen. Was werdet Ihr dagegen tun, daß evt. ein Unschuldiger wegen mehrerer Falschaussagen verurteilt wird?
Dagegen kann ich nichts tun. Wenn sieben angesehene Bürger gelehrte Eide auf die Götter schwören, dann ist das ausreichend für eine Verurteilung. Und glaubt mir, Meineid ist ein sehr schweres Delikt, denn er birgt eine Gefahr: Ein weltliches Gericht mag vielleicht einen Meineid nicht bemerken, aber die Götter werden dies bestimmt tun. Und kein weltliches Gericht kann solche Strafen aussprechen, wie es ein göttliches tut.
Es ist vielleicht eine Überlegung wert, Meineidige vor ein weltliches Gericht, also vor meine Person zu stellen, sowie vor ein geistliches, denn der Eid ist auf die Götter geschworen worden. Meine Aufgabe wäre es dann über die Höhe des Schadenersatzes zu urteilen, alles andere überließe ich der Priesterschaft.

> Wonach richtet Ihr Euch, wenn Ihr über die Glaubwürdigkeit eines Zeugen beurteilen müßt?
Ein Mann, der im Besitz eines Bürgerbriefes ist und gelehrte Eide auf die Götter schwört ist ein glaubwürdiger Zeuge. Das gilt für Frauen natürlich gleichermaßen. Bei denen, die keinen Eid schwören wollen, stellt sich die Frage nicht und bei denen, die nicht im Besitz eines Bürgerbriefes sind, wird die Sache schwierig. Auswärtigen muß grundsätzlich erst einmal die Glaubwürdigkeit abgesprochen werden und dann gilt es, von Fall zu Fall zu unterscheiden.

Tislou

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Der Tempel des Yorom

(in der Farbausgabe mit vielen Bildern illustriert)

Etwas abseits der Oberstadt erhebt sich am Rande des Felsplateaus der Tempel des Yorom. Von hier hat man einen atemberaubenden Ausblick auf das Meer, die Unterstadt Estichàs und dem dahinter liegenden Dschungel Chrestonims.

Wenn man den Tempel betreten möchte, so öffnet eine große in einem dunklen Umhang gekleidete Wache das Haupttor zum Tempel.

Als diese jedoch erkennt, daß man weder ein Priester noch ein Angestellter des Tempels ist, weist sie einen mit grimmiger Stimme auf die hier geltende Tempelordnung hin:

Sichàra Fremder,
Hinterlegt Eure Waffen hier bei mir, das Tragen von Waffen ist im Tempel verboten !
Verhaltet Euch ruhig und besonnen und folgt nur den ausgewiesenen Wegen, neugierige Störenfriede sind im Tempel unerwünscht !
Solltet Ihr zu Vajha Adiemus Jhascandell Akkrijas, Hohepriesterin des Yorom in Estichà wollen, empfehle ich Euch dies nicht ohne Termin zu tun !"

Nachdem die Wache dies gesagt hat, wird man nicht mehr aus den Augen gelassen. Nun hat man die Möglichkeit, sich in der dunklen, unendlich lang zu sein scheinenden, Halle umzuschauen. Zahlreiche Gänge führen von ihr ab, und die Decke ist mit vielen Inschriften und in Stein geschlagenen Bildern verziert. Der Boden ist mit dem Wappen des Hauses Jhascandells versehen.

Nun hat man mehrere Möglichkeiten:
Man kann den Tempel sofort wieder verlassen, oder eine Nachricht für die Hohepriesterin hinterlassen. Es ist auch möglich, die Bibliothek des Tempels aufsuchen, oder die Hohepriesterin um eine Audienz bitten, wozu man laut Tempelordnung jedoch einen Termin braucht.
Leider ist es nicht möglich, die Räume des AKKRA Clans Haus Jhascandell, die Gebetsräume oder das Heiligtum des Tempels aufsuchen.
Wenn man sich für das Betreten der Bibliothek entscheidet, so gelangt man über eine Wendeltreppe in die Gewölbe des Tempels, wo man von einem jungen Adept begrüßt wird. Dieser entschuldigt sich dafür, daß leider nur wenige Bücher vorhanden sind, da sich die Bibliothek noch im Aufbau befindet. Die 1. unbearbeitete Auflage des "Yorom" ist das einzige Buch, welches man sich anschauen kann.

Wenn man sich dafür entscheidet, den Audienzraum zu betreten, so wird man von einem Diener dorthin geführt. Dort kann man sich in einen bequemen Sessel, der vor dem mit Gold verzierten Altar der Hohepriesterin steht. Auch eine Wache, die jederzeit bereit ist einzugreifen, steht in einem gebührenden Abstand von dir in dem Raum. Nach einem kurzem Moment erscheint die Hohepriesterin des Yorom in Estichà, Vajha Adiemus Jhascandell Akkrijas, und nimmt hinter dem Altar Platz.
Die Hohepriesterin ist mit einem schwarzem Umhang bekleidet und man kann ihr Gesicht nicht erkennen, da die Kutte einen dunklen Schatten über ihr Gesicht wirft. Trotzdem kann man ihr schwarzes Fell und den schwarzen Etriajan, welcher spitz mitten auf der Stirn endet, erkennen. Man wird nun begrüßt und gefragt, was einen zu ihr führt. Man hat nun die Möglichkeit, einige Sätze an sie zu richten.

Leser des Estichà-Kuriers können dies auch direkt, ohne den Tempel zu besuchen, indem sie gleich zu „Adiemus@gmx.de" sprechen.

Tislou

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Anschlag auf Periodes Rosenfeld

(Interview geführt von Tislou)

> Als erstes möchte ich Euch bitten, Euch den Lesern vorzustellen.
Nun, über mich dürfte eigentlich recht viel bekannt sein, ich bin der Besitzer der Herberge zum Langen Graben, einem der bekanntesten Etablissements der Stadt. Ich bin Ratsherr, Verfechter der Freiheit und Gleichheit aller Rassen. Ich versuche schlichtend auf die vielen verschiedenen Parteien in der Stadt einzuwirken.

> Schildert doch bitte ausführlich den Ablauf dieses Abends.
Nun, ich begleitete gerade Tagamoga Perital, meine ehemalige Verlobte, vom Stammtisch in der Herberge zurück zu ihrer Praxis, dort hatten wir uns gerade verabschiedet und ich machte mich auf den Nachhauseweg als ein Fremder mit dunklem Umhang und Kapuze an mir vorbeiging. Ich dachte mir dabei nichts weiter, bis ich das Brennen eines Messerstiches nahe dem Herzen spürte. In diesem Moment gelang es mir nicht einmal mehr zu schreien, alles wurde schwarz vor meinen Augen und ich sank, vermeintlich sterbend zu Boden.
Zu meinem Glück fand mich ein hilfsbereiter Sragon, sah das ich verbluten würde und brachte mich zu Tagamogas Praxis, wo diese mich ins Leben zurückrief und ich mein Herz an sie verlor.

> Was wißt Ihr über den oder die Täter?
Über den Täter? ~lächelt~ Nein, ich weiß nur, daß er einen dunklen Umhang mit Kapuze und ein langes Messer sein eigen nennt, und das er wohl etwa so groß wie ich sein muß, vielleicht ein wenig größer, so genau habe ich ihn nicht gesehen.

> Habt Ihr einen Verdacht, wer es gewesen sein könnte?
Einen Verdacht? Selbst wenn ich einen hätte, ich würde ihn niemals öffentlich aussprechen, und damit vielleicht den Ruf eines Unschuldigen schädigen.

> Wer könnte Euch aus welchen Gründen feindlich gesonnen sein?
Nun, ich könnte mir da manchen vorstellen, andererseits aber auch wieder niemanden. Ich traue eigentlich keinem Bürger dieser Stadt eine solche Tat zu.

> Was habt Ihr für einen Eindruck von der Justiz Estichás? (Wir haben ja seit kurzem einen Richter.)
Nun, unser Richter scheint vergessen zu haben, das er das Gesetz wahren soll und nicht neue Gesetze erfinden, aber das wird sich wohl noch geben.

> Welche Konsequenzen hat oder wird der Überfall für Euch haben?
Meine Freunde haben mir zwar geraten einen Leibwächter zu beschäftigen und immer ein Kettenhemd unter der Kleidung zu tragen, doch halte ich von solch überängstlichen Maßnahmen nicht viel und werde daher weiterleben wie bisher.

> Worin seht Ihr die Ursachen für die anscheinend relativ hohe Gewaltbereitschaft?
Ich weiß nicht von welcher Gewaltbereitschaft Ihr sprecht, mir scheint es nicht mehr oder minder gewalttätig in Estichà zuzugehen, wie es in einer Stadt dieser Größe normal zu sein scheint. Wo viel Licht ist wird immer auch viel Schatten sein, das werden wir niemals gänzlich ändern können, leider.

Tislou

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Geschäftsübernahme

Ratsherr Topthor Glanzfinger ließ verlauten, daß er ab sofort die Fischerei und Räucherei Svenna Stormridar übernommen hat. Sämtliche Verpflichtungen und Lieferungen werden selbstverständlich weiter erfüllt.
Da die Vorbesitzerin Svenna Stormridar relativ schnell unsere Stadt verlassen hat und das Lieferbuch leider ein wenig durch Wasser gelitten hat, bittet er alle Kunden (und solche die es werden wollen) sich in den nächsten Tagen, spätestens aber beim Ausbleiben einer erwarteten Lieferung bei ihm zu melden.

Topthor Glanzfinger

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Zu gewinnen gibt es diesmal:
Ein Überraschungskorb

Die Frage:
Wo befindet sich der Tempel des Yorom?

Antworten an: esticha-kurier@gmx.de

Viel Glück! Die Gewinner werden persönlich benachrichtigt

++++++++++++++++++Impressum++++++++++++++++++++++

Verantwortlich für Inhalt: Kalvik, Tislou
Gestaltung: Kalvik
Redaktionelles: Tislou
Werbung: Kalvik

Eigene Gastartikel bitte an: esticha-kurier@gmx.de senden.

Für die Gastartikel einzelner Bewohner Estichàs übernimmt die Redaktion keine Verantwortung. Der Inhalt dieser Artikel repräsentiert nicht unbedingt die Meinung der Redaktion.

Da es noch kein Gesetzt gibt, bitten wir unsere Leser, die hier abgedruckten Artikel nicht schriftlich zu veröffentlichen. Danke!

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