Die Sonnenkirche 
 

Was die Welt zusammenhält, dem Menschen und dem Getier einen Sinn und das Leben gibt, ist der Sonnengott. Das Licht der Sonne leuchtet den Weg alles irdischen, jegliches Üble und Kranke sucht vor dem weißen Licht zu fliehen. Aber in seiner unendlichen Weisheit und Allmächtigkeit konstituierte der Sonnengott seine Kirche, die alleinseeligmachende, allerheiligste Sonnenkirche. Die Kirche verkündet das Wort und den Willen Gottes und richtet die Feinde des Lichtes. Die Priester weisen in ihrer Güte und Weitsicht den einfachen Menschen den Weg der Wahrhaftigkeit und Wahrheit, auf daß ihnen Erleuchtung wiederfährt. Die Initiierten der Kirche gilt es vor den bösen Taten des Hexenvolkes und der Dämonenanbeter zu schützen sowie an Schwachen und der Versuchung Erlegenen geeignete Exempel zu statuieren, auf daß das Heil der Allgemeinheit gewahrt bleibe. Der Kampf mit dem Wort und dem Schwert wird an allen Fronten mit Freude und ebenso mit Vehemenz geführt und er wird niemals enden.

Dabei hat die Priesterschaft fortwährend die Größe, ihren aufopferungsvollen Kampf für die Menschen auch ohne deren Dank auszutragen, denn allzu viele sind blind für die Unwägbarkeiten ihres profanen Lebens. Die verschlagene Hexe, giftmischend und Zwietracht säend, im Gewand der debilen Heilerin wird vom törichten Volk verteidigt, bis dann endlich die Sonne mit ihren unerbittlichen Strahlen den Nebel des Zweifels zerfetzt und die nackte und häßliche Wahrheit ans Licht befördert. Dann ist Güte und Nachsicht fehl am Platz und Toleranz ein Vorbote zur Verderbtheit, dann muß das Pestgeschwür ausgebrannt werden. Diese Arbeit wird nicht aus billiger Freude oder zur Abwehr des Müßigganges verrichtet, nein, sie ist eine heilige Pflicht, auferlegt vom Allerhöchsten, hervorgerufen jedoch von der Schwäche mancher Menschen.

Wird ein fauler Kompromiß eingegangen, wird aus falsch verstandener Milde weggeschaut oder wird aus gefährlicher Naivität auf eine Besserung gehofft, hat sich die unsterbliche Seele bereits ein gerüttelt Maß der Verderbnis genähert. Eine Dämmerung endet schnell, nie währt das Zwielicht lange, es wird zum Licht oder zur Finsternis. Was ins Licht wandelt soll leben, wachsen und gedeihen, was zur Dunkelheit strebt soll verfolgt und vernichtet werden. So hat nicht nur die verlorene Seele Schuld auf sich geladen sondern auch derjenige, der das Unheil sieht und nicht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen angeht. Die von der Sonnenkirche zu führende Masse wird nur dann in größtmöglicher Glückseeligkeit ihr Dasein fristen können, wenn die Priesterschaft der Kirche stark und unbeirrt ihen heiligen Auftrag vollführen kann.

- Entwurf der Predigt zur Erhebung in den Priesterstand der Akolythin Cassandra de Rocheville.

  Die Davenport-Kampagne  

Diese Seite wurde erstellt mit Notepad (TM) - Letzte Änderung am 22. Mai 2001 von Christian Schotmann
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